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Abgeltungsteuer und Kirchensteuer

Freitag, 14. November 2008

Das Fachreferat Steuern des Oberkirchenrats stellte den Gemeinden eine Kurzinfo für Gemeindebriefe o.ä. zur Verfügung:

Ab 2009 wird die Besteuerung der Kapitaleinkünfte durch Einführung einer Abgeltungsteuer neu geordnet und vereinfacht. Bisher mussten die Einkünfte aus Kapitalvermögen in der Einkommensteuererklärung detailliert angegeben werden. Darauf wurden dann Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer erhoben. Künftig werden die Kapitaleinkünfte gleich an der Quelle mit einer 25 %igen Abgeltungsteuer und der darauf entfallenden Kirchensteuer belegt. Einschließlich Solidaritätszuschlag ergibt sich ein Steuerabzug von insgesamt 28,5 %.Die Abgeltungsteuer und die darauf entfallende Kirchensteuer werden anonym von den Banken abgeführt. Für den Steuerzahler ist damit alles erledigt. Diese Kapitaleinkünfte brauchen nicht mehr in der Steuererklärung angegeben zu werden. Damit die Bank die Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer richtig einbehalten kann, ist es notwendig, dass der Anleger der Bank seine Konfession mitteilt. Dazu verschicken die Banken zur Zeit entsprechende Antragsformulare. Falls ein Steuerzahler der Bank seine Konfession nicht mitteilt, bleibt es beim bisherigen alten Verfahren: Die Einkünfte aus Kapitalvermögen, von denen die Abgeltungsteuer einbehalten wurde, müssen dann nochmals in der Einkommensteuererklärung angegeben werden, damit die Kirchensteuer festgesetzt werden kann.

Durch die Mitteilung Ihres Religionsmerkmals an die Bank erleichtert der Steuerzahler sich und der Finanzverwaltung die Arbeit. Die Kirchensteuer kann gleich aus dem pauschalen Steuersatz der Abgeltungsteuer einbehalten und korrekt abgeführt wer-den. Alle bisherigen Möglichkeiten der Steuerfreistellung (z. B. Nichtveranlagungsbescheinigung, Sparerpauschbetrag, Sonderausgabenabzug der Kirchensteuer, Steuerbescheinigung) gelten auch bei der Abgeltungsteuer. Falls der persönliche Steuersatz unter 25 % liegt, besteht über eine Einkommensteuererklärung die Möglichkeit einer „Günstigerprüfung“ zugunsten des Steuerzahlers. Zuviel einbehaltene Steuerabzugsbeträge werden dann erstattet.

Für alle Fragen zum komplexen Thema Kirchensteuer und Abgeltungsteuer hat die Evangelische Landeskirche in Württemberg ein kostenloses Kirchensteuer-Service-Telefon eingerichtet. Unter der Rufnummer 0800 7137137 können sich Kirchenmitglieder – auch anonym – von Steuerfachleuten beraten lassen.

Weitere Ausführungen und Verweise habe ich schon vor einiger Zeit hier eingestellt.

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Kirchensteuer und Abgeltungssteuer

Samstag, 11. Oktober 2008

Edit: Eine aktuelle Veröffentlichung durch den Oberkirchenrat findet sich hier.

Vielleicht ist Ihnen von Ihrer Bank in den letzten Tagen eine Information zugekommen, in der Ihnen angeboten wird, dass Ihre Bank die Kirchensteuer im Rahmen der Abgeltungssteuer ab 2009 direkt abführt. Dies ist keine zusätzliche Kirchensteuer. Sie wurde bisher über die reguläre Einkommensteuer abgeführt. Wer bisher keine Einkommensteuer bezahlt hat, braucht auch zukünftig keine Abgeltungssteuer und damit auch keine Kirchensteuer für Zinserträge zu bezahlen. Erst wenn die Zinserträge die Freistellungsgrenze überschreiten (pro Person mehr als 801 € Zinsertrag pro Jahr), wird die Abgeltungssteuer fällig.

Wer weniger als 801 € Kapitalerträge im Jahr hat, zahlt also weder Abgeltungssteuer noch Kirchensteuer auf diese Erträge, sondern profitiert wie bisher vom Sparerpauschbetrag.

Wer mehr als 801 € Kapitalerträge hat, zahlt 25 % Abgeltungssteuer. Kirchensteuerpflichtige in Baden-Württemberg zahlen auf diese Abgeltungssteuersumme eigentlich noch einmal 8 % Kirchensteuer. (Also nicht 8 % der Kapitalerträge, sondern der davon zu entrichtenden Abgeltungssteuer.) Da aber die Kirchensteuer ihrerseits als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden kann, wird dies bei Abgeltungs- und Kirchensteuerpflichtigen gleich mit berücksichtigt und die Abgeltungssteuer wird reduziert.

Alles zur Abgeltungssteuer erläutert dies in einem Rechenbeispiel:

Da die Kirchensteuer sonderabzugsfähig ist und somit das zu versteuernde Einkommen senkt, betragen in diesem Fall Abgeltungssteuer 24,45 %, Solidaritätszuschlag 1,34 % und Kirchensteuer 2,20 %. Die reale Steuerbelastung durch die Abgeltungssteuer beträgt also ziemlich genau 28 %.

Liegt der persönliche Steuersatz unter dem Abgeltungssteuersatz von 25 % so besteht die Möglichkeit, diese Einkünfte in der Steuererklärung anzugeben (so genannte Veranlagungsoption), damit auch die Kapitaleinkünfte mit dem niedrigeren persönlichen Steuersatz besteuert werden.

Ist der persönliche Steuersatz höher als 25 %, werden die Kapitalerträge künftig dennoch nur mit 25 % versteuert, es tritt also eine Steuerersparnis ein.

Informationen zur Kirchensteuer gibt es auf der Homepage der württembergischen Landeskirche (Leider zur Zeit noch ohne die angekündigten HInweise zur Abgeltungssteuer Inzwischen mit – wenn auch gut versteckten – ausführlichen Informationen zur Abgeltungssteuer). Unter der kostenlosen Info-Nummer 0800-7137137 geben die Steuerexperten des Oberkirchenrats montags bis freitags von 9 Uhr bis 11.30 Uhr und montags bis donnerstags von 14 Uhr bis 16 Uhr Auskunft. Oder schicken Sie eine E-Mail mit Ihrer Anfrage an kirchensteuer@elk-wue.de.

Kirchensteuer und Abgeltungssteuer bei Alles zur Abgeltungssteuer
Informationsplattform zur Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer

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